Belichtungsreihe - was ist das?
Eine kleine Definition
Unter einer Belichtungsreihe (englisch: Bracketing) versteht man die Anfertigung mehrerer Aufnahmen des selben Motivs mit unterschiedlichen Belichtungswerten. Ausgehend vom angezeigten Wert des Belichtungsmessers werden - neben der Aufnahme mit dem Messwert - sowohl unter- als auch überbelichtete Aufnahmen des Motivs gemacht.
Wann und warum sollte ich eine Belichtungsreihe machen?
Oftmals sind die Lichtverhältnisse für den Belichtungsmesser schwierig auszuwerten. Dies ist meistens bei Motiven mit starken Helligkeits- bzw. Kontrastunterschieden der Fall. Der Belichtungsmesser wird sich entweder an den helleren oder den dunkleren Bereichen des Motivs orientieren (abhängig vom gerade fokussiertem Bereich). Das hat zur Folge, daß die jeweils anderen Bereiche meistens nicht korrekt belichtet werden. Hier kann eine Belichtungsreihe helfen, die annähernd korrekte Belichtung einzugrenzen. Durch die gezielte Unter- und Überbelichtung (ausgehend vom gemessenen Wert) werden die vernachlässigten Bereiche entsprechend abgedunkelt bzw. aufgehellt und man erhält aus der Reihe (meistens) eine Aufnahme, die den eigenen Vorstellungen der korrekten Belichtung nahe kommt.
Dank digitaler Fotografie und entsprechender Software ist es außerdem möglich, die unterschiedlich belichteten Bilder einer Belichtungsreihe zusammenzufügen (übereinander zu legen) und zu einem Bild mit einer ausgewogenen Belichtung zu vereinen. Aber auch bei weniger schwierigen Lichtsituationen kann eine Belichtungsreihe helfen, ein Foto mit erweitertem Kontrastumfang zu erstellen. Darauf soll jedoch an anderer Stelle noch genauer eingegangen werden.
Wie mache ich eine Belichtungsreihe?
Als allererstes empfehle ich die Verwendung eines Stativs! Niemand wird die Kamera aus der Hand so ruhig halten können, daß alle Bilder der Belichtungsreihe exakt die gleiche Ausrichtung haben. Es wird ohne Stativ zwangsläufig zu Verschiebungen kommen, was bei einer späteren Weiterverarbeitung wie oben beschrieben eher schlecht ist, da die Bilder dafür genau übereinander liegen müssen. Durch die längere Belichtungszeit der überbelichteten Aufnahme kann es außerdem auch komplett verwackeln.
Die Anfertigung der Belichtungsreihe ist denkbar einfach. Es gibt zwei Möglichkeiten: manuell oder automatisch (je nach Kamera).
Bei der manuellen Anfertigung lasse ich dem Belichtungsmesser der Kamera zunächst seinen Willen und mache eine Aufnahme mit den gemessenen Werten. Dann stelle ich über die Belichtungskorrektur z.B. 0,3 Belichtungsstufe (EV) niedriger ein und mache die unterbelichtete Aufnahme. Gleiches mit 0,3 EV höherer Stufe für die Überbelichtung. Voilá, die Belichtungsreihe ist fertig
Die hier genannten Werte sind nur exemplarisch, es sind auch andere Werte, z.B. 0,5 ; 0,7 ; 1,0 EV usw. möglich, je nachdem, was Eure Kamera zulässt. Ebenfalls können mehr als 3 Aufnahmen gemacht werden. Manchmal sind auch 5 oder 7 Aufnahmen mit den jeweils nächsten Stufen sinnvoll.
Sollte Eure Kamera über eine Belichtungsreihen-Automatik verfügen, wird es noch ein wenig einfacher. Das ganze funktioniert im Prinzip ganz genau so wie oben, nur daß eben die Kamerautomatik die Umstellung der Belichtungsstufen für die Aufnahmen übernimmt. Man gibt vor, mit welcher Abstufung (also z.B. 0,3 EV) die Belichtungsreihe gemacht werden soll, hält den Auslöser gedrückt und die Kamera macht die drei (oder mehr, je nach Kamera) Aufnahmen hintereinander.
P.S. Ich wäre dankbar, wenn Du mir ein kleines Feedback gibst, ob diese Informationen hilfreich für Dich waren. Bitte gib dazu deine Stimme in der Umfrage ab (siehe Menü-Leiste) oder/und hinterlasse hier einen Kommentar. Konstruktive Kritik und Lob sind gleichermaßen willkommen.


Für den Anfang interessant, wäre jedoch interessiet, ob es Kameras gibt, wo die Belichtungsreihenautomatik auf einen “Auslöser” funktioniert, was die Fehlerquelle noch mehr reduzieren würde.
Zudem würde mich interessieren, welches Programm Sie für die Überlagerung am Computer verwenden.
Beste Grüße aus Österreich.
Amadeus Mayr
Januar 30th, 2009
Danke, das ist wirklich verständlich. Ich bin gestern auf das Thema gestoßen, weil bei meiner K10D in der autom. Beli.reihe auf dem Auslöser bleiben muss. Meine Kompaktkameras hatten das mit einem Drücker gemacht. Was ist der Sinn bei der SLR-Kamera?
Toni
März 7th, 2009
Hallo,
also ich finde die Seite wirklich klar strukturiert, verständlich und informativ. Was mir aber ein bisschen fehlt sind Links zu kostenlosen Programmen, die die Bilder dann auch zusammenfügen. Ich habe zwar gerade etwas in Google gefunden, aber mein Bruder hat ein super gutes Freeware Programm (irgendwas mit quwstrp oder so…. wohl eher oder so^^).
Tim
Juni 1st, 2009
Dafür, dass es so knapp beschrieben ist, finde ich den Artikel sehr gut.
Jedoch fehlt vielleicht die Angabe “welche” möglichen Kameras die automatische Belichtungsreihenfunktion besitzen. Ich würde mir nämlich gerne so eine kaufen. Gibt’s da eine bestimmte Empfehlung?? Oder irgendwas zu beachten?
Wäre über eine Antwort per E-Mail sehr erfreut.
MfG
Yazan
Yazan
August 9th, 2009
Du hast mir mit Deiner Erklährung richtig geholfen.
Besten Dank dafür.
M.f.G.
Josef Goertz
Goertz
September 24th, 2009
Finde ich klasse! Der richtige Einstieg um jetzt weiterzulernen! Herzlichen Dank!U.H.F.Sültz
U.H.F.Sültz
März 10th, 2011
Danke für die kurze und klare Schilderung. Hat mir sehr geholfen.
Heinz
Heinz D,Herzog
Juni 10th, 2011
Endlich weiß ich, was eine Belichtungsreihe ist ( - und dass meine Kamera (Nikon D3100) keine hat.
Danke, Thomas
Jan E.
Januar 19th, 2012